Kein versöhnlicher Jahresausklang mit Herrn Steinbrück

Dieser Mann zwingt mich, noch einmal ein paar böse Worte zum Jahresausklang in seine Richtung zu verlieren. Ich habe eigentlich überhaupt nichts gegen diesen Norddeutschen. Peer Steinbrück ist mir in seiner Art ja gar nicht fremd. Ein paar Kilometer nordöstlich bin ich aufgewachsen, allerdings in der Königin der Hanse, er nur in Hamburg. Das machte ihn wohl zum Sozialdemokraten… Es gibt einen gewaltig großen Unterschied zu mir: Er will Bundeskanzler werden! Und tatsächlich ist er wohl ein geeigneter Mann für diesen Posten, wenn er doch nur nicht so geldgierig wäre! Ich verstand den Tagesschausprecher gestern Abend sicher richtig, als der von einem erneuten, fantastischen Eigentor des Kanzlerkandidaten der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands berichtete, dass ihn immer unwählbarer macht: Für die Position des Bundeskanzlers fordert er eine höhere Bezahlung. Jeder Sparkassendirektor in Nordrhein-Westfalen, so seine Begründung, würde mittlerweile mehr verdienen, als aktuell die Bundeskanzlerin. Und das bei der Verantwortung und dem Pensum, auf diesem Platz. Offensichtlich bricht der Herr Steinbrück schon heute unter dieser großen Last zusammen, die er vollmundig versprach im kommenden Jahr zu übernehmen. Mit solchen Äußerungen spielt er nur kräftig weiter in die Karten der aktuellen Bundeskanzlerin Frau Merkel. Das Internet gibt uns folgende Auskunft: Nach der Besoldungstabelle 2013 ist dieser Arbeitsplatz mit 247.200 € pro Jahr honoriert. Die Einkünfte müssen versteuert werden, allerdings zahlt der Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin – wie alle Beamten auch – keine Arbeitslosenversicherungs- und keine Rentenbeiträge. Haben wir jemals von Frau Merkel eine Klage über ihr Pensum oder ihre Bezüge gehört? Sie sagt zwar auch nicht, dass sie überbezahlt ist, aber immerhin ist sie nicht unverschämt und will immer mehr! Welchen Posten wollten die Politiker denn in der freien Wirtschaft ausüben? Noch erhalten sie nicht nur viel zu üppige Diäten, also Bezüge, sondern genießen darüber hinaus noch etliche anderen Privilegien, die ihnen vom normalen Bürger bezahlt werden! Sie sollten tatsächlich alle einmal eine kräftige Diät im Sinne der vom Volk so verstandenen Abnehmkur vornehmen! Weniger, statt mehr muss die Devise für die Zukunft lauten! Maximale Amtszeit 7 (sieben) Jahre in öffentlichen Ämtern! Danach kann ein Volksvertreter sich ja wieder ganz seiner erlernten Tätigkeit hingeben, die ihn dann vielleicht sogar zum Sparkassendirektor befähigt! Niemand zwingt einen Menschen, sich politisch zu engagieren. Bei freier Berufswahl ist es aber doch wohl eher die Aussicht, schnell auf ein bequemeres Ruhekissen zu gelangen, als es in der harten, wirklichen Arbeitswelt zu versuchen, die diese Menschen zur politischen Arbeit drängt! Wo wird einem Unternehmer in der freien Wirtschaft, ich rede nicht vom überbezahlten, überschätzten Luftnummern-Manager, neben seinen Einkünften ein ganzes Heer mit ebenfalls sehr gut bezahlten Handlangern geboten? Wo ist eine üppige Rundum-Versorgung auf Steuerzahlers Kosten noch möglich, wenn nicht als Politiker an der Spitze? Wo ist nicht alles organisiert, von der Fahrbereitschaft bis zu Erste Klasse Flügen? Nicht einen Cent geben diese Herrschaften für die Dinge des täglichen Lebens aus. Der ‚kleine Mann‘ muss das aber alles noch von seinem spärlichen Nettoeinkommen bestreiten! Diese angeblich so qualifizierten Politiker tragen letztlich die Verantwortung, die sie anstrebten. Ja, wenn sie doch tatsächlich Verantwortung übernehmen und beim Versagen abtreten und in Haftung genommen würden! Für Erdachtes, das noch nicht einmal aus den eigenen Hirnen stammt! Selbst ihre Reden werden ihnen von Schreiberlingen geschrieben, die sie dann nur ablesen! Ständig werden Kommissionen einberufen, Berater zusätzlich teuer bezahlt. Diese Kosten sollte der ehemalige Finanzminister mal zusammenzählen, auf welche Summe er dann wohl käme? Wenn der Herr Steinbrück wirklich ein kluger Mann wäre, würde er laut verkünden: „Ich mache diesen Job des Bundeskanzlers die nächsten vier Jahre ohne einen Cent Bezahlung!“ Dann hätte er ein Argument, dass jedem Wähler größten Respekt abnötigt, dann würde er ganz sicher gewählt werden! Doch dieses Mal ist es ganz anders: Bevor die Roten überhaupt an der Macht sind, wird schon wieder verteilt. Das ist der eigentliche Wahnsinn! Die Kassen sind leer, die Staaten sind total pleite. Nur mit Finanz-Tricksereien werden die Bilanzen so gestaltet, dass auf dem Welt-Finanzmarkt die Aufnahme immer neuer Gelder zum Finanzieren der Luftschlösser noch möglich ist. Statt eines Signals in die genau umgekehrte, in die richtige Richtung zu stellen, bläst dieser Herr in ein Jagdhorn, das nicht nur in den Ohren seiner Genossen für gewaltigen Hörschaden sorgen wird. Die Lokomotive Europas, also Deutschland, schreibt allen anderen vor, zu sparen, die Haushalte zu sanieren, nur im eigenen Laden soll der Kostenapparat weiter aufgebläht werden. Das ist ein solcher Schwachsinn, der hoffentlich vom Wählervolk auch entsprechend honoriert wird. Nämlich mit der Nichtwahl dieses Zeitgenossen. Der Herr Steinbrück soll sich doch bitte sofort in Nordrhein-Westfalen bei der nächsten Sparkasse, die ihm noch für einen ‚kostengünstigen Blablabla-Vortrag‘ verbunden ist, als Direktor bewerben. Wenn er genommen würde, wäre er wohl endlich am Ziel seiner Träume?

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