Es war wohl noch nie so leicht, Fußball-Weltmeister zu werden

Natürlich kann man hinterher klug daherreden. Von den Klugscheißern gibt es besonders in Deutschland, wenn es alle vier Jahre um eine Fußball-Weltmeisterschaft geht, Millionen! Das ist das einzig Gute am frühen Scheitern der mit so viel Vorschusslorbeeren ausgestatteten deutschen Nationalmannschaft, dass das dumme Gefasel von den Millionen so genannten Fans schon nach drei Spielen vorüber war.  Mindestens vier Wochen im Vorfeld des Ereignisses in Russland wurde die interessierte Öffentlichkeit über alles und nichts informiert und mit jedem Blödsinn überhäuft. Das Wesentliche wurde übersehen: Die Mannschaft!

Man sollte sich erinnern, dass das starke Gerüst eines jeden deutschen Weltmeisterteams von 1974, 1990 und 2014 der FC Bayern München war. Wenn mindestens sieben Spieler des ‚ewigen Deutschen Meisters‘ im Team standen, wurde Deutschland Weltmeister. Es waren auch Spieler dabei, die kurz zuvor vom FC Bayern ins Ausland wechselten, oder nach der WM zum FC Bayern kamen. Aber diese Spieler bildeten eine Einheit auf dem Platz! Sie glauben mir nicht? Schauen wir genauer hin:

1974: S.Maier, P.Breitner, G.Schwarzenbeck, F.Beckenbauer, G.Müller, U.Hoeneß, J.Kapellmann

1990: R.Aumann, K.Augenthaler, J.Kohler, H.Pflügler, S.Reuter, O.Thon, T.Berthold, A.Brehme, L.Matthäus, J.Klinsmann

2014: M.Neuer, J.Boateng, P.Lahm, M.Götze, T.Kroos, T.Müller, L.Podolski, B.Schweinsteiger, M.Klose

Und nun schauen wir auf 2018:

Natürlich wird sich der Bundestrainer dessen bewusst gewesen sein, dennoch verzichtete er auf die möglichen Joker im Angriff: N.Petersen und S.Wagner. Sehr dumm! Schade natürlich, dass E.Can und S.Gnabry schon vor der Nominierung verletzt ausfielen und M.Götze, inzwischen beim BVB, außer Form spielte. Aber auch so war das Team gut genug, um mit den schließlich nominierten ‚echten‘ sieben Bayern-Spielern, M.Neuer, J.Boateng, M.Hummels, J.Kimmich, N.Süle, S.Rudy, T.Müller und den beiden Ehemaligen T.Kroos und M.Gomez, sowie dem Neu-Bayern L.Goretzka, sehr viel mehr zu erreichen, als dieses peinliche, frühe Ausscheiden! Ein starker zehnköpfiger Bayern-Block, aber… Der Bundestrainer hätte diese Männer auch spielen lassen müssen! Leider tat er es so nicht und damit fehlte ‚etwas’… ein ‚besonderer Geist‘.

Es war ein großer Fehler auf den schnellen L.Sanè zu verzichten! Es war auch ein Fehler, die ‚Türken-Fraktion‘ mitzunehmen. Diese idiotische Aktion mit dem Erdogan in London. Verrückt! Das alles brachte sehr viel Unruhe und keine gute Laune in die Mannschaft, die es richten sollte. Ich will gerne verraten, wie ich hätte spielen lassen und zuvor nominiert hätte:

Im Tor, natürlich M.Neuer. In der Abwehr davor in einer Hühnen-Dreierkette rechts J.Boateng, M.Hummels in der Mitte und N.Süle links. Davor eine Dreierkette, ganz rechts J.Kimmich, ganz links S.Rudy und in der Mitte der etwas defensive T.Kroos. Davor T.Müller. Mal in dieser Viererkette, mal in der offensiven Reihe mit Rechtsaußen T.Werner, Linksaußen L.Sanè, in der Mitte S.Wagner.

Nun gab es keinen L.Sanè und S.Waner, dann hätten es eigentlich M.Reus und M.Gomez oder J.Brandt auch getan. Nur, den Bayern-Block muss man auch spielen lassen, – zusammen spielen lassen, wie im Verein – , dann macht eine solche Auswahl Sinn! Von der Strafbank kann man im Eishockey nichts gewinnen, im Fußball ist das Ergebnis dann ähnlich, wenn man als FC Bayern-Spieler von der Ersatzbank eingewechselt wird.

Jetzt müssen wir alle untätig mit ansehen, wenn wir es denn wollen, wie Fußball-Mannschaften, die in der Weltrangliste weit hinter Deutschland rangieren, um den Weltmeistertitel 2018 kämpfen. Eigentlich ‚alles keine Gegner‘, sondern ‚Opfer‘, hätten wir im Vorfeld gedacht. Nun ist es aber anders gelaufen als gedacht und die neue Fußball-Saison wird kommen und die Tränen der Enttäuschung trocknen, es geht ja immer weiter!

Fazit: Ich wäre für einen sofortigen Trainerwechsel! Lothar Matthäus wäre meine Wahl, denn dieser Mann hat Fußballverstand! Mehr braucht es auch nicht, um mit dem großartigen Spieler-Potential in Deutschland für die kommenden Turniere gut gerüstet und erfolgreich zu sein! Die Zeit, wo jeder Rockzipfel ihn aus der Fassung brachte, dürfte so langsam auch vorbei sein. Er ist also keine Gefahr mehr für Spieler- und Funktionärsfrauen…

 

 

 

 

Permanent link to this article: http://romanschreiber.com/index.php/es-war-wohl-noch-nie-so-leicht-fussball-weltmeister-zu-werden/