Bitte einmal die Uhren (auch die Gier) zurückdrehen! – Vermeintliche Urheberrechtsverletzungen…?

Wenn sich seit 22 Jahren Gerichte, d.h. auch Anwälte, also Rechtsverdreher, von noch verdrehteren vermeintlichen Anspruchsstellern, in diesem besonderen Fall von ursprünglich kreierten Musik Samplern, befassen müssen, durch sämtliche Instanzen europäischer Gerichte sogar, dann ist das für mich NICHT Ausdruck von Freiheit und Gerechtigkeit, sondern von Schwachsinn! Aber von allen Beteiligten, also den klagenden und diese Klage bearbeitenden Seiten! Was ist denn Kreativität!? NICHT Diebstahl geistigen Eigentums! Aber die Nutzung von Tönen oder Tonfolgen und seien sie einander noch so ähnlich!

Natürlich gab es schon immer Trittbrettfahrer, oder alte, nicht so erfolgreiche Musiker, die dann eine Chance witterten, wenn aus ‚ihrem alten Käse‘ von anno dazumal, in neuen, erfolgreichen Musikproduktionen fast identische Klänge herauszuhören waren, auf den Schutz des ‚geistigen Eigentums‘ zu pochen und entsprechende Klagen einzureichen. Dabei geht es nur um das mögliche Geld, dass man sich auf einfachstem Wege erschleichen kann! An erster Stelle die Anwälte! Und je höher die Klagewerte, die Kosten bei den Gerichten usw. Ein Irrsinns-Kreislauf wird in Gang gesetzt!

Dabei möchte ich an eine kleine Episode mit den Größten aus der Musikszene erinnern: Als THE BEATLES 1968 sich mal wieder auf ihre Wurzeln besinnen, also zurück zum rauen Sound des Rock’n’Roll wollten, arbeiteten sie an einem Song von Paul McCartney, „Lady Madonna“. Paul hatte eine Jazz-Melodie von 1956 im Sinn, „Bad Penny Blues“ vom Humphrey Lyttelton, George Martin, also der Beatles-Produzent, hatte damals den Song produziert. Die Beatles wollten so klingen, wie im „Bad Penny Blues“, fragten nach, wie man das damals bei Lyttelton’s Produktion machte. Lyttelton der für seinen Song einen Riff von Dan Burley nutzte,  sagte nur: „Du kannst kein Copyright auf einem Rhythmus haben, also macht nur!“

Aber versucht wurde danach immer wieder mal, sich Geld zu ertrotzen, aus erfolgreichen anderen Songs: „He’s so fine“, z.B., aus dem Jahre 1960 von den Chiffons sollte die Basis für George Harrison’s Welterfolg „My Sweat Lord“ aus dem Jahre 1970 gewesen sein. Das war ein elend langer Prozess, der viel Geld kostete, aber am Ende doch großes Kopfschütteln hinterließ, weil während fast 20 Jahren Georg Harrison schon paranoid kaum Songs schreiben wollte, oder konnte! Er meinte „99% aller Songs basieren immer auf irgendeinem anderen Song!“

Es ist für mich eine lächerliche, heuchlerische Musik-Szene, die nur die Kreativität lähmt! „Etwas nehmen, was ja schon da ist, und es mit eigenen Ideen zu etwas Neuem gestalten, das ist Kreativität!“ So sagte es der im Alter von 101 Jahren 2017 verstorbene US-Amerikaner Jacque Fresco, der Autor, autodidaktischer Sozial-Architekt, Industriedesigner, Erfinder  und Visionär. 

 

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