Eine Weihnachtsansprache der besonderen Art

Stellen Sie sich vor, Sie schalten Ihr Fernsehprogramm ein, erwarten eigentlich die Weihnachts- oder Neujahrsansprache Ihres Präsidenten, Kanzlers oder Kanzlerin, wen auch immer, und da taucht dann unerwartet ein Langhaariger, weißbärtiger Kerl auf, wie ich es bin. Nach Überwinden des ersten Schocks und Überprüfung Ihrer Fernbedienung, ob Sie sich denn auch auf dem richtigen Kanal befinden, werden Sie feststellen, dass da jemand sitzt, der sogar Ihre Sprache spricht. Zumindest was ich von mir gebe wird Ihnen gefallen, denn wer wollte nicht, dass es gerecht in dieser Welt zugeht!?

                                                            

Der verantwortliche Techniker hinter den Kulissen zog diesen Spaß mit durch und wollte damit auch beweisen, dass nicht immer die alten Kassetten wieder eingelegt werden, wie schon mal vor Jahren bei einem ehemaligen Bundeskanzler in Deutschland. Dieses damals angebliche Versehen hätte besser ja gar nicht belegen können, dass es völlig egal ist wann und wo die Politiker ihre Sprechblasen ablassen, sie wiederholen sich häufig sowieso!

Ja sie, also die von uns gewählten Volksvertreter und Funktionäre in wichtigen Organisationen sind stets besonders vollmundig dabei, wenn Wahlen anstehen, zu versprechen, zu fordern, Lösungen anzubieten. Doch hinterher den Ankündigungen Taten folgen zu lassen, da haben sie alle größte Probleme. Auch, weil ihnen natürlich die parlamentarischen Mehrheiten fehlen. Also werden faule Kompromisse geschlossen, um das politische Gesicht nicht zu verlieren! Schließlich will man ja wiedergewählt werden…

Da gibt es tollste Formulierungen in unseren Verfassungen, dem Grundgesetz, der UN-Charta, es geht unter anderem um die Wahrung der Menschenrechte. Das ist ein schwammiger Begriff, wo Vieles hineinpasst. Nur wenig Konkretes! Zum Beispiel wird in keinem Dokument gefordert, dass die Menschen, wenn sie fleißig sind, das Recht auf ein entsprechend hohes Einkommen haben, um ein menschenwürdiges Dasein zu führen! So etwas durchzusetzen wäre sehr einfach und klingt nur auf dem ersten Blick kompliziert. Überall sitzen kluge Köpfe zusammen, in von Regierungen berufenen Kommissionen. Die ermitteln ständig irgendwelche Richtwerte, was das Leben so kostet. Natürlich meistens falsch, weil das Hantieren mit Zahlen schon immer ein Problem war. Wenn man einen Netto-Betrag von nur 1.000 € ermittelt, der in unseren Breiten ausreichen soll, um einigermaßen über die Runden zu kommen, dann muss ein solcher Betrag auch durch die ausgeübte Tätigkeit erreichbar sein. Ich will hier gar kein kompliziertes Zahlenspiel aufmachen. Es ist auch völlig unerheblich mit welch idiotisch hohen Steuersätzen sich ein Land meint aufblähen zu müssen, der Nettobetrag ist das was zählt. Die Systeme könnten ja sogar theoretisch sich mit insgesamt utopisch hohen 50 % Steuern und Abgaben vollfressen, um von Luftnummern erdachte Luftschlösser zu finanzieren, wenn doch nur am Ende dem Normalbürger das ermittelte Existenzminimum bleibt! Sind 1.000 € die Größe, wäre der Mindestlohn in diesem Beispiel 2.000 €. Teilen wir das durch 170 Arbeitsstunden monatlich, landen wir bei 11,76 €. Warum wird sich gewehrt gegen festgeschriebene Mindestlöhne? Jeder Cent fließt doch wieder in den Kreislauf! Wer wollte von nur 1.000 € noch etwas auf die hohe Kante legen? Wie das nur weit überbezahlte Manager und einige wenige Spitzensportler können! Das ist auch so ein Feld, wo es NICHT gerecht zugeht, aber das ist heute nicht mein Thema.

So dumm, so falsch, wie unser so genanntes westliches Wertesystem aufgebaut ist, kann man ja gar nicht denken. Man degradiert die Bürger, die dieses Elend aber auch noch selber durch dämliche Gesetze mit zu verantworten haben, zu Abhängigen, von staatlichen Zuschüssen Abhängigen, also von der Allgemeinheit, wiederum von sich selber… Das ist Idiotie! Das schafft nur Arbeitsplätze für Behörden, Verwaltungen. Ok, die muss es auch geben in einem funktionierenden System. Die Frage ist nur, in dieser hohen Zahl, denn alle dort Beschäftigten erwirtschaften ja nicht wirklich etwas.
Doch, sie stiften sogar noch Unfrieden, indem die Dringlichkeit, das Thema der Altersarmut ganz nach oben auf die Tagesordnung zu setzen mit leichter Hand weggebügelt wird! Was sind schon 2,6% der Bevölkerung in Deutschland zum Beispiel!? Nur ein dummer Ignorant kann so etwas in ein Mikrophon auf einem Podium ungestraft den von seinen Lippen lesenden unkritischen Journalisten erzählen! Aber solche Thesen verbreiten die von der Regierung eingesetzten Kommissionen. Das sind genau die Experten, die sich ein Vielfaches der ermittelten Mindestsätze zur eigenen Grundsicherung ergaunert haben!

Sie merken es, mein Tonfall wird schärfer. Meine Worte, meine Forderungen, mein schon anklagender Schrei nach Gerechtigkeit auf dieser Welt, sollen aus jeder Kugel rufen und die funkelnden Lichter sich in die Herzen der Verantwortlichen brennen! Wir brauchen gerechte Mindestlöhne, überall! Natürlich überall entsprechend den landestypischen Bedingungen. Was für Europa gilt, muss auch für Afrika, Amerika, Asien und Australien gelten!

Ich möchte uns allen auf den Weg ins neue Jahr ein paar Worte von Mahatma Gandhi mitgeben. Der hielt den britischen Besatzern im indischen Befreiungskampf folgendes entgegen: „Wir werden diese Ungerechtigkeit nicht mehr länger erdulden. Nicht nur weil sie uns zerstört, sondern weil sie letztlich auch Euch zerstören wird.“ Diese Worte zu begreifen, braucht es nicht viel. Sie sind Mahnung, Forderung und zugleich Drohung an die Arbeitgeber. Nur ein dummer Mensch schaufelt sich sein eigenes Grab doch selber, oder!?

Schreiben Sie mir, wenn Sie anderer Meinung sind. Schreiben Sie mir, wenn Sie glauben, dass ein Arbeitsloser, der nur noch geduldeter Konsument sein darf, für eine Gesellschaft wertvoller ist, als ein Mensch, dem eine sinnvolle, ihn ernährende Tätigkeit geboten wird. Schreiben Sie mir, wenn Sie von Ungerechtigkeiten betroffen sind oder konkret gehört haben. Wir müssen gemeinsam durchsetzen, dass die Menschen ein Recht auf faire Bezahlung haben. Bei Missachtung solcher zu schaffenden Gesetze muss der Staat, wo dieses dann immer noch geschieht, per Urteil durch den Internationalen Gerichtshof ein sehr empfindliches Bußgeld auferlegt bekommen – und die Betroffenen selbstverständlich entschädigt werden!

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein wundervolles, erfolgreiches neues Jahr! Lassen Sie uns gemeinsam für diesen einen lebenswichtigen Punkt kämpfen! Ich nehme einen kräftigen Schluck meines frisch bereiteten Karottensaftes, also meines Energie-Drinks und trinke auf Ihre Gesundheit!

Ihr Dr. Roman Schreiber

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